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Interview mit dem Verteidigungsminister :
"Es muss wieder Freude an der Übernahme von Verantwortung geben"
von Robert Birnbaum, Hans Monath
"In den letzten Jahrzehnten hat sich eine Absicherungsmentalität angestaut. Es gab das geflügelte Wort 'Melden macht frei' – wenn ich ein Problem meinem Vorgesetzten gemeldet habe, geht es mich nichts mehr an. Ich will erreichen, dass es wieder Freude an der Übernahme von Verantwortung gibt. Führen muss belohnt werden. (...) Gerade die Qualität der unteren und mittleren Führungsebene ist bei der Bundeswehr besser als in anderen Bereichen. Unseren Zug- und Kompanieführern, den Feldwebeln und Unteroffizieren kann man viel zutrauen. (...) Neben das militärische Mandat für 'Atalanta' muss ein politisches Mandat der EU treten zur Bekämpfung der Ursachen von Piraterie. (...) Man kann nicht eine Militarisierung der internationalen Außen-, Wirtschafts- und Entwicklungshilfepolitik beklagen und zugleich das Militär mit Aufgaben aller Art überfordern. (...) Wir haben dort ein nie dagewesenes Ausmaß an Vernetzung und gemeinsamem Denken entwickelt. Ich erkenne in Afghanistan – mal abgesehen von der Uniform – nur noch mit Mühe, ob der Soldat, der mir einen Lagevortrag hält, ein Deutscher oder ein Norweger oder ein Amerikaner ist. Das ist ein gewaltiger Fortschritt."
QUELLE: Tagesspiegel Online, 29.01.2012
http://goo.gl/7LB8A

"Kritik an Bundeswehrreform"   von Stephan Löwenstein 
"Verbände kritisieren die Reformpläne von Verteidigungsminister Thomas de Maizière als 'weitestgehend verfehlt'. Die Beamten-Interessenvertretung VBB hält die Pläne sogar für verfassungswidrig. (...) Der Bundeswehrverband hat zu einem Referentenentwurf des Verteidigungsministerium Stellung genommen: (...) 'Die Art und Weise der Umsetzung dieses an sich positiven Ansatzes bewegt sich in Teilen zwischen enttäuschend minimalistisch und schlicht indiskutabel und muss somit als weitestgehend verfehlt bewertet werden. 'Dabei geht es unter anderem um die Abfindungsregelungen, die vor allem für Soldaten zwischen 40 und 50 nicht attraktiv seien."
QUELLE: FAZ.NET, 09.01.2012
http://goo.gl/DUaxI

Bundeswehrreform - "Wenig Manövrierraum"  von Klaus Naumann
"Der Minister ruft nach einem gesamtstaatlichen Entwurf, kann aber nur im eigenen Namen sprechen. Die strategischen Rahmenüberlegungen künden vom hohen Nutzen des ressortgemeinsamen Handelns aller Akteure, haben aber nur für das Verteidigungsressort Geltung. Sicherheitspolitik will 'gestalten', aber die Zielbestimmungen gleichen Wunschzetteln und Risikokatalogen. Eine kleinere und billigere Bonsai-Armee soll alles besser und bündnisgemeinsam machen, aber die Arbeits- und Lastenteilung mit den Partnern bewegt sich auf niedrigstem Niveau. Das Verhältnis zwischen Bundeswehr und Gesellschaft soll enger werden, aber das Ministerium belässt es bei Solidaritätsappellen und PR-Kampagnen.(...) Zum einen muss die Politik mehr Sorgfalt, Kenntnis und Begründungsstärke auf die von ihr veranstalteten Auslandsmissionen setzen. Dazu bedarf es nicht allein einer besseren strategischen Kommunikation mit dem Publikum, sondern vor allem auch einer ausdifferenzierten strategischen Apparatur. Die Fallhöhe von den Allgemeinplätzen der Weißbücher und Richtlinien bis zu den konkreten Einsatzverläufen ist viel zu groß, um nicht immer wieder intelligenter Rechtfertigungen zu bedürfen.(...) ...stößt man auf einen irritierenden Widerspruch. Der Soldat soll im Einsatz unter Lebensgefahr umsichtig, flexibel und intelligent handeln. Aber im Routinemilieu der Entsendegesellschaft wird auf seine Mitsprache wenig wert gelegt." 
QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 09.12.2011
http://goo.gl/YyB35

Stationierungskonzept der Bundeswehr vom 26.10.2011
- Landeskommando Bremen bleibt erhalten, 5./Feldjägerbataillon wird aufgelöst,
  Personalstärke in Bremen sinkt von 260 auf 70.
- Standort Schwanewede wird geschlossen.
- Logistkschule Garlstedt bleibt in vollem Umfang erhalten.
- Personalstärke Delmenhorst wird halbiert, Logistkbrigade 1 wird aufgelöst.
- Führungsunterstützungsbataillon 285 Visselhövede wird aufgelöst.
QUELLE: Website BMVg, 26.10.2011

Stationierung Bw

"De Maizière will bei Rüstung sparen"   von Peter Blechschmidt
"Nach den Vorstellungen de Maizières soll die Bundeswehr nur noch 140 statt der ursprünglich geplanten 177 Kampfjets des Typs Eurofighter erhalten. Damit fiele die letzte Teillieferung von 37 Flugzeugen weg, die mit der Industrie noch nicht vertraglich vereinbart ist. Der Bestand von derzeit 350 Kampfpanzern Leopard soll auf 225 verringert werden. Vom Schützenpanzer Puma will de Maizière 350 statt 410 kaufen. Im Gegenzug sollen möglicherweise mehr als die bisher geplanten 272 Radpanzer des Typs Boxer bestellt werden. (...) Den mit der Reform einhergehenden Personalabbau will de Maizière mit Verpflichtungsprämien für Neueinsteiger, großzügigen Abfindungen für Ausscheidende und einem Bündel von Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung bewirken."
QUELLE: sueddeutsche.de, 18.10.2011
http://goo.gl/zmdbE

"De Maizière scheitert an Verkleinerung des zivilen Apparats der Bundeswehr"
"Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) stößt bei der Verkleinerung des zivilen Apparats der Bundeswehr auf Widerstand. Nach dem Willen des Ministers soll die Zahl dieser Dienstposten von 76.000 auf 55.000 sinken. (...) Auch weitere Details der Reform sind unklar. Eine Weisung des General inspekteurs etwa über den genauen Umfang der Streitkräfte, die bis zum 15. Juli hätte vorliegen müssen, ist im Entwurfsstadium steckengeblieben."
QUELLE: SPIEGEL Online, 14.08.2011
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,780051,00.html

"Töten und Sterben gehören dazu"
Verteidigungsminister De Maizière im Interview durch Daniel Brössler und Nico Fried
"Mir geht es um einen Dreiklang: Die freiwillig Wehrdienstleistenden müssen gutes Geld verdienen. Und 1000 Euro netto sind für einen 19-Jährigen viel Geld. Zweitens muss die Zeit bei der Bundeswehr attraktiv sein. Aber selbst wenn beides erfüllt ist, muss etwas Drittes dazukommen, was ich mit dem Begriff Ehre bezeichne. (...) Jemand, der am Bundesfreiwilligendienst teilnimmt, der vielleicht Menschen im Hospiz pflegt, der etwas für den Nächsten leistet, verdient unseren Respekt. Aber bei der Bundeswehr geht es um mehr. Man tut auch etwas für den Staat, für Freiheit und Frieden in Deutschland und in der Welt. Da finde ich den Begriff der Ehre angemessen. (...) Bisher hatten wir als maßgebliches Kriterium das nationale Interesse. Multilateralismus funktioniert aber nur mit Arbeitsteilung und Solidarität. (...) Ich finde die Bemühungen um eine europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik gelinde gesagt ernüchternd. Da setze ich lieber auf eine starke Nato."
QUELLE: sueddeutsche.de, 29.06.2011
http://goo.gl/Rs3cS

"Das Militär der Gesellschaft"   von Klaus Naumann, IFSH
"Das Institutionenvertrauen in die Bundeswehr konkurriert mit dem Bundesverfassungsgericht um die vordersten Plätze. Soldaten sind, aufs Ganze gesehen, nicht mangelnder Anerkennung ausgesetzt – auch nicht „freundlichem Desinteresse“ (so Bundespräsident Köhler 2005). Sie werden als Person und Nachbar akzeptiert, auch wenn man an den Einsätzen heftige Kritik hat. (...) Trotz der neu erarbeiten „Verteidigungspolitischen Richtlinien“, die weithin auf den betagten Vorgaben des Weißbuchs von 2006 fußen, gibt es keine „klaren Antworten“, worin die erwünschte „Priorisierung“ der Kräfte und Fähigkeiten besteht, wo die internationale „Gestaltung“ von Sicherheit ansetzen will, welches Aufgabenprofil das deutsche Militär in konkreten Missionen anbieten und übernehmen will. (...) ...muss die Bundeswehr alle Anstrengungen unternehmen (ganz im Geiste der ersten Bundeswehr-Bildungsreform unter Helmut Schmidt), sich als eine Armee ehrgeiziger Aufsteiger zu profilieren."
QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 06.06.2011
http://goo.gl/WIKz0

"Strukturoptimierung reicht nicht - Bundeswehrreform braucht Politikreform"
Stellungnahme zu den VPR durch die 
Kommission "Europäische Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr" am IFSH
"Der Zweck der Bundeswehr muss an den verteidigungs- und friedenspolitischen Auftrag des Grundgesetzes rückgebunden werden"
QUELLE: Website IFSH, Juni 2011
http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Bundeswehr/ifsh.html

"De Maizières gewaltige Aufgabe"   von Stephan Löwenstein
"Die verteidigungspolitischen Richtlinien stehen in der Beschreibung der Herausforderungen und der Aufgaben der Streitkräfte in einer Kontinuität zu früheren Grundsatzdokumenten, setzen freilich neue Akzente. Auch die Reformeckpunkte zeigen, dass de Maizière im Wesentlichen fortsetzen und nicht revidieren will, was sein Vorgänger zu Guttenberg begonnen hat. (...) Zu den neuen Akzenten gehört, dass das Thema Heimatschutz und Territorialverteidigung – ausdrücklich: im Bündnis – wieder an die erste Stelle gerückt ist. Das bedeutet nicht, dass das Rad der Geschichte zurückgedreht und die Bundeswehr, auf die Verteidigung des „Fulda Gap“ eingestellt, im Alltag nur bei Elbehochwasser eingesetzt werden sollte. Aber wer über den deutschen Nabel hinausblickt, wird sehen, dass nicht alle Nato-Partner wie die Deutschen von Freunden umgeben sind.
Die baltischen Staaten, die schon einmal Ziel eines Cyber-Angriffs waren, haben vor knapp drei Jahren mit großer Sorge den russischen Feldzug in Georgien betrachtet. Das Nato-Altmitglied Türkei hat Nachbarn, auf die man ein Auge haben muss."
QUELLE: FAZ.NET, 18.05.2011
http://www.faz.net/-01vbqi


Rede BMVg 18.05.11
 QUELLE: Website BMVg
Rede De Maizère zur "Neuausrichtung Bundeswehr"


Eckpunkte 18.05.2011
 QUELLE: Website BMVg
Eckpunkte "Neuausrichtung Bundeswehr"


VPR v. 18.05.2011
      QUELLE: Website BMVg
Verteidigungspolitische Richtlinien BMVg

"Deutschlands Ansehen steht auf dem Spiel"   von Christoph Bertram
"Die Bundeswehrreform gefährdet Deutschlands sicherheitspolitische Interessen. (...) wenn ein Land von 80 Millionen Einwohnern nicht in der Lage ist, genug Soldaten zu gewinnen, um die Interessen wahrzunehmen, die Regierung und Parlament vorgeben, dann stehen internationales Ansehen und Einfluss dieses Landes insgesamt auf der Kippe. Diese Gefahr rückt immer näher, je dramatischer sich das Personalproblem der Bundeswehr entwickelt. (...) Will die Bundeswehr in diesem Wettbewerb bestehen, ist deshalb eine umfassende und nachhaltige Neuordnung militärischer Berufsbedingungen unumgänglich. Das ist weniger eine Frage des Gehalts – schon jetzt bieten die Streitkräfte für Berufsanfänger durchaus attraktive Vergütungen – als vielmehr einer berechenbaren beruflichen Perspektive."
QUELLE: ZEIT Online,17.05.2011
http://pdf.zeit.de/politik/deutschland/2011-05/bundeswehr-reform-freiwillige.pdf

Bundeswehrreform - "Ein leicht verblasster Rotstift"   von Andreas Schwarzkopf
"So vieles de Maizière bisher anders gemacht hat als Guttenberg, in einem wichtigen Punkt bleibt sich die Bundesregierung treu. Sie stellt die entscheidende Frage nicht: Welche Aufgaben soll die Bundeswehr künftig mit welcher Verteidigungspolitik erfüllen? (...) Einen weitere Chance missachten Merkel und Co. Die Regierung versucht nicht einmal, sich mit den Staaten der Europäischen Union darüber zu verständigen, ob und wie alle gemeinsam beim Militär sparen könnten Einen Versuch wäre es wert. Schließlich sind alle Etats der EU-Staaten durch die kostenintensiven Konjunkturpakete gegen die Wirtschaftskrise unter Druck. Außerdem gibt es doppelte Strukturen und Truppen innerhalb des Staatenbunds. Nicht alle brauchen eine Marine, nicht alle eine Luftwaffe."
QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 16.05.2011
http://goo.gl/MSRny

Bundeswehrreform - "Nicht nur vom Einsatz her denken" von Stephan Löwenstein
"Verteidigungsminister de Maizière verschiebt bei der Bundeswehrreform die Akzente: Landesverteidigung und Heimatschutz werden wichtiger, Auslandseinsätze sollen an Bedeutung verlieren. (...) Die Reservisten, sagte de Maizière jetzt, würden „jedenfalls eine veränderte und eine größere Rolle spielen“. Künftig sollen auch ungediente Spezialisten gezielt als Reservisten gewonnen werden. Außerdem stellt sich de Maizière eine Art Milizstruktur zum Heimatschutz vor, die, durch Übungen eingespielt, für die „Landesverteidigung, aber vor allem im Katastrophenfall“ aktiviert werden kann."
QUELLE: FAZ.NET, 14.05.2011
http://www.faz.net/-01uenq

"Rumpelkammer Bundeswehr"   von Joachim Käppner
"Was Thomas de Maizière vorgefunden hat, war gewiss alles andere als ein wohlbestelltes Haus, mancherorts sieht es aus wie in einer Rumpelkammer. So hat Guttenberg noch mit Freiwilligen geplant, die leider bislang ausgeblieben sind. Dennoch ist die Fortsetzung der Reform unumgänglich. Für die Rekrutierung guter Leute gilt ebenso wie für die künftige Ausrüstung zweierlei: Die Bundeswehr wird erst dann ein attraktiver Arbeitgeber sein, wenn die Politik endlich klar definiert, welches, wie es im Jargon heißt, "Fähigkeitsprofil" sie an sie stellt, was sie also mit ihr vorhat. Und das kann nicht einfach von der Kassenlage abhängen. Die Reform wird kein Geld sparen, sondern viel Geld kosten. Solange die Regierung dies leugnet, steht der neue Minister vor einer mission impossible. Zumindest das wäre dann aber nicht mehr Guttenbergs Schuld."
QUELLE: sueddeutsche.de, 14.05.2011
http://goo.gl/yP8Gm    

"De Maizière muss aus der Guttenberg-Falle"  von Ulrich Weisser
"Die militärische Führung durch den Generalinspekteur braucht im Ministerium einen Stab, der in allen Staaten der Welt „Generalstab“ heißt. Unsere Rückwärtsgewandtheit sollte sich dieser Entwicklung nicht verschließen. (...) Die Reform leidet darunter, dass ihr Zweck nicht sauber strategisch abgeleitet worden ist. Die ins Auge gefassten Spar- und Reduzierungsoperationen für die Bundeswehr verlangen aber zwingend, die Bundeswehrreform nicht als Organisationsübung zu begreifen, sondern zugleich die Grundfragen zur Zukunft unserer Sicherheit zu beantworten: Was kommt auf uns zu? Wie lauten die Ergebnisse einer nüchternen Risikoanalyse? Wie verändern sich daraus die Aufgaben der Bundeswehr? Welche Armee nach Art und Umfang braucht Deutschland im europäischen Verbund?"
QUELLE: Rheinische Post Online, 09.03.2011
http://goo.gl/3F9fr

"Bundeswehrreform - Armee ohne Nachwuchs"  von Walther Stützle
"So viel Unordnung war noch nie. Die Bundeswehr durchleidet eine Zeit des Durcheinanders. Verantwortungshierarchien werden missachtet. (...) Minister zu Guttenberg hat sich mit Verve auf die Streitkräfte gestürzt. Sein Reformeifer nötigte zunächst Respekt ab. Sein Führungsstil bald nicht mehr. (...) Berlins Bündnispartner werden sich die Augen reiben. Wirtschaftsweltmacht Deutschland auf dem Weg in die 3. Liga, treulich vereint mit Griechenland, Spanien und Italien. (...) Helmut Schmidt hätte Guttenberg Vorbild sein können. 1969 bis 1970 krempelte er die Bundeswehr total um. Sachverstand und Erfahrung von Truppe, Verwaltung und Ministerium wurden systematisch mobilisiert, begründete Ratschläge aus allen Dienstgradgruppen gefordert und bei republikweiten Konferenzen ernst genommen. Mit unendlichem Fleiß gab der Minister selbst ein ansteckendes Beispiel – nicht im Fernsehen, sondern mit grünem Chefstift auf Papier. Jedermann fühlte sich am Reformwerk beteiligt, Entscheidungen fielen nach gründlicher Beratung, und niemand war im Zweifel über Kompetenz und Autorität des Ministers. (...) Und heute? Bruchstücke, aber kein durchdachtes Konzept. Der Bundeswehr­umfang zu gering, die Luftwaffe zu groß, die Marine zu klein. Partner in Nato und EU: nicht konsultiert. Strategische Konsequenzen aus der Globalisierung für Strategie und Mittel: Fehlanzeige. Gesamtvorlage ans Parlament, gesicherte Finanzierung, notwendige Gesetzesänderungen für ein neues Laufbahnrecht mit wesentlich höheren Einstiegsgehältern und Abschlagszahlungen für Frühpensionäre: nicht in Sicht. (...) Unordnung als System hat die Bundeswehr noch nicht erlebt. Und auch nicht verdient."
QUELLE: Cicero Online, Artikel in März-Ausgabe
http://www.cicero.de/97.php?item=5926

Bundeswehrreform - "Wofür das Ganze?"
von Klaus Naumann, Militärhistoriker am Hamburger Institut für Sozialforschung
"Es ist schon ein starkes Stück, den Streitkräften einen tiefgreifenden Strukturwandel aufzuerlegen, aber die Antwort auf die grundlegenden Fragen einstweilen schuldig zu bleiben: Wofür das Ganze? Welche gesellschafts- und staatspolitischen Implikationen hat der Umbau? Unklar sind sowohl die sicherheitspolitischen Ziele, die strategische Rahmung des Reformprozesses als auch die Rückwirkungen auf das Verhältnis von Politik, Militär und Gesellschaft.(...) Die Bundeswehrreform steht unter dem paradoxen Vorzeichen, dass der größte und langwierigste Einsatz der Einsatzarmee bisher nicht nachvollziehbar und öffentlich ausgewertet worden ist. Und schon geht man daran, alles umzubauen. Jenseits dieses gravierenden Mankos bleibt indessen die Einsicht, dass die Tage der „westfälischen“, das heißt, der auf zwischenstaatliche, symmetrische Kriege ausgerichteten Militärorganisation vorbei sind. Das ist eine dramatische Zäsur, die tief in das Selbstverständnis und die Strukturen der Truppe eingreift und unser (Außen-)Bild des Militärs verändert. Aber was tritt an die Stelle des alten? (...) Die hoffnungsvollen Ansätze des rot-grünen „Gesamtkonzepts Zivile Krisenprävention“ (2000) sind ebenso auf der Strecke geblieben wie die Stärkung des Bundessicherheitsrats zu einem koordinierenden Gremium. Die erste Aufgabe wäre hier, die Bundesregierung überhaupt instand zu setzen, ein zusammenhängendes Lagebild ihres eigenen Tuns zu bekommen. Was die Auslandseinsätze betrifft, gibt es das bisher nicht. Es scheint nun so, dass das für die Sicherheitspolitik insgesamt und für die Militärreform insbesondere gilt."
QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 25.02.2011
http://goo.gl/QWfz5

Otremba-Bericht "Konzentration und Verantwortung" vom 07.02.2011:
 

Otremba-Bericht

"Vermintes Gelände" von Klaus Naumann (Historiker)
"Dass die Bundeswehr reformiert werden muss, steht fest. Doch wie, ist erst schemenhaft erkennbar. Das Konzept der Regierung erinnert eher an Stochern im Nebel denn an eine Strategie. (...) Die Streitkräfte sind einerseits unterfinanziert,  andererseits disproportional aufgebläht. (...) der nun bald ins zehnte Jahr gehende Afghanistan-Einsatz bisher noch keine konsistente politische und militärische Wirksamkeitsanalyse erfahren hat. (...) das ministerielle Zusammenhandeln zu stärken (...) zu einem konzeptionellen Neuansatz in Sachen sozialer oder Gemeinschaftsdienste aufzuraffen (...) gestörten sicherheitspolitischen Kultur (...) Stimme der Soldaten immer weniger hörbar."
QUELLE: WELT Online, 20.10.2010
http://goo.gl/Y43n

Bericht der Strukturkommission der Bundeswehr (Weise-Bericht)
vom Oktober 2010,
"Vom Einsatz her denken - Konzentration, Flexibilität, Effizienz"

Weise-Bericht

"Effizienter, aber nicht wirksamer - Mutige Bundeswehrreform mit fundamentalen Lücken"
Winfried Nachtwei zur Bundeswehrreform
QUELLE: Website Winfried Nachtwei, 04.10.2010
http://www.nachtwei.de/index.php/articles/1011

"Guttenbergs Reformmodelle im Überblick"
Die 5 Modelle und ihre Konsequenzen.
QUELLE: FAZ.NET, 24.08.2010
http://www.faz.net/-01ghak 

Bericht des Generalinspekteurs zur Bundeswehrreform
QUELLE: Website BMVg vom 01.09.2010

Bericht GI
 

Auszüge aus dem o.a. Bericht

Bericht GI
-Auszüge
 

Eke Hoff, MdB, Diskussionspapier Bundeswehrreform

Elke Hoff
 

"Bündnisfähig bleiben! - Plädoyer für einen sorgsamen Umgang mit der Bundeswehr"
von Volker Rühe und Ulrich Weisser
QUELLE: SPIEGEL Online, Juli 2010
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-72370212.html

 Stimmen zum Thema 'Wehrpflicht'
1. Brigadegeneral a.D. Klaus Wittmann: "Innere und äußere Führung"
"Das Land in der Mitte Europas hat besondere Verantwortung für die 'Grundstabilität' des Kontinents. Dazu gehört - auch ohne konkrete Bedrohung Aufwuchsfähigkeit als flexibles Mittel der Krisenbeherrschung, was Wehrpflicht und ein tragfähiges Reservistenkonzept bedingt."
QUELLE: WELT ONLINE, 21.08.2010
http://www.welt.de/die-welt/debatte/article9120600/Innere-und-aeussere-Fuehrung.html  
2. Sebastian Stamm, M.A.: "Wehrdienst - 20 Jahre Ideologie?"
"Dass Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts den Wehrdienst nicht mehr zur Gewährleistung der äußeren Sicherheit braucht, ist ein historischer Erfolg."

Stamm
  

3. "Die Wehrpflicht muss ausgesetzt werden" von Thorsten Jungholt
"Maßgeblich für die Zukunft der allgemeinen Wehrpflicht ist allein die Sicherheitslage der Republik"
QUELLE: WELT Online, 03.08.2010
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8794804/Die-Wehrpflicht-muss-ausgesetzt-werden.html

4. "Wehrdienst von sechs Monaten macht keinen Sinn" von General a.D. Naumannn
"Ein Grundwehrdienst von sechs Monaten macht militärisch gesehen keinen bis wenig Sinn. (...) Trotzdem gäben wir mit der Wehrpflicht gesellschaftspolitisch wahnsinnig viel auf. Die Verpflichtung zur Ableistung des Grundwehrdienstes ist das einzige Stück Verpflichtung, das einem jungen Mann abverlangt wird für ein ganzes Leben in Freiheit."
QUELLE: WELT Online, 01.08.2010
http://www.welt.de/die-welt/politik/article8769819/Ein-Wehrdienst-von-sechs-Monaten-macht-keinen-Sinn.html