"A New Bipolarity, or Just Different Cultures" von Volker Perthes "... we could perhaps try to identify a number of different international-affairs cultures. Aside from an (EU-dominated) European and a (US-dominated) American one, this could include an ASEAN-led and probably an emerging-powers approach. And all these cultures seem prone to adapt and change over time, particularly where states and their economies grow, societies become more affluent and more tied into global networks. China is more interested in maintaining international norms and institutions today than it was under Mao. I wouldn’t exclude, though, that, with time, it develops a strategic culture which is much closer to that of today’s US than to either the European one or that of its smaller south East Asian neighbours. States like Brazil, South Africa, Indonesia, and India are developing a stronger interest in international regimes and rules as they become more active participants in a globalised world. Given their democratic nature, they may see advantages in a European-type of multilateralism once they have reached a certain level of prosperity." QUELLE: Website ISN ETH Zürich, 16.04.2012 http://isnblog.ethz.ch/isn-security-watch/a-new-bipolarity-or-just-different-cultures
"In Durban wurde die neue Weltordnung sichtbar" von Dagmar Dehmer "Vor dem Durban-Gipfel hatten viele das Format schon abgeschrieben. Doch in Durban zeigte sich, dass 100 wenn auch kleine und unbedeutende Staaten an der Seite einer auch nicht übermäßig bedeutenden Europäischen Union doch ein beträchtliches Drohpotenzial aufbauen können. Diese Allianz der Willigen sollten EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard und Umweltminister Norbert Röttgen nun weiter pflegen. Denn sie haben damit etwas geschafft, was von der Sache her schon vor Jahren hätte passieren müssen: ein Auseinanderbrechen der Entwicklungsländer. (...) Die Welt ist nicht auf einem Pfad, der die globale Erwärmung unter zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung und damit unter Kontrolle hält. Die bisher vorliegenden Angebote zum Klimaschutz führen jedenfalls eher in eine 3,5- bis Vier-Grad-Welt" QUELLE: ZEIT Online, 12.12.2011 http://pdf.zeit.de/politik/2011-12/klimawandel-durban-abkommen.pdf .
Rede Helmut Schmidt auf dem SPD-Bundesparteitag am 4. Dezember 2011 in Berlin "Unsere geopolitische Zentrallage, dazu unsere unglückliche Rolle im Verlaufe der europäischen Geschichte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, dazu unsere heutige Leistungsfähigkeit, all dies zusammen verlangt von jeder deutschen Regierung ein sehr hohes Maß an Einfühlungsvermögen in die Interessen unserer EU-Partner. Und unsere Hilfsbereitschaft ist unerlässlich. Wir Deutschen haben doch unsere große Wiederaufbau-Leistung der letzten sechs Jahrzehnte auch nicht allein und nur aus eigener Kraft zustande gebracht. Sondern sie wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfen der westlichen Siegermächte, nicht ohne unsere Einbettung in die europäische Gemeinschaft und in das atlantische Bündnis, nicht ohne die Hilfen durch unsere Nachbarn, nicht ohne den politischen Aufbruch im Osten Mitteleuropas und nicht ohne das Ende der kommunistischen Diktatur. Wir Deutschen haben Grund zur Dankbarkeit. Und zugleich haben wir die Pflicht, uns der empfangenen Solidarität würdig zu erweisen durch unsere eigene Solidarität mit unseren Nachbarn! (...) Wenn aber jemand zu verstehen gibt, heute und künftig werde in Europa Deutsch gesprochen; wenn ein deutscher Außenminister meint, fernseh-geeignete Auftritte in Tripolis, in Kairo oder in Kabul seien wichtiger als politische Kontakte mit Lissabon, mit Madrid, mit Warschau oder Prag, mit Dublin, Den Haag, Kopenhagen oder Helsinki; wenn ein anderer meint, eine europäische „Transfer-Union“ verhüten zu müssen – dann ist das alles bloß schädliche Kraftmeierei." QUELLE: Website SPD, 04.12.2011 http://goo.gl/UCBpn
"Russland und die euro-atlantische Sicherheitsordnung" von Margarete Klein und Solveig Richter "Zu den großen ungelösten Fragen nach dem Ende des Kalten Kriegs gehört diejenige nach dem angemessenen Platz Russlands in der euro-atlantischen Sicherheitsordnung. Solange sie nicht beantwortet ist, wird es nicht gelingen, bei regionalen und globalen Sicherheitsfragen so eng zu kooperieren, wie es nötig wäre. Ebenso wenig wird sich verhindern lassen, dass sich das russisch-westliche Verhältnis erneut krisenhaft zuspitzen kann, wie zuletzt während des Georgienkriegs 2008 geschehen." QUELLE: Website Stiftung Wissenschaft und Politik, Dezember 2011 http://goo.gl/VWi33
"Wladimir Putins Eurasische Union" von Uwe Halbach "Eines stellte Putin klar: Ziel ist nicht eine Wiederherstellung der Sowjetunion, sondern die Schaffung einer »mächtigen supranationalen Vereinigung«, die auf Augenhöhe mit den USA und China und mit großen Regionalorganisationen steht. Dabei betont er insbesondere die Partnerschaft mit der Europäischen Union. (...) Ist die Eurasische Union wirklich als Partner der EU gedacht oder doch eher als Gegenmodell, mit dem Russland in einen gemeinsamen Nachbarschaftsraum in Integrationskonkurrenz zur EU tritt?" QUELLE: Website Stiftung Wissenschaft und Politik, November 2011 http://goo.gl/Pnntb
"Die Zukunft der 'Responsibility to Protect' nach dem Fall Gaddafis" von Volker Lehmann und Robert Schütte "Der UN-mandatierte Militäreinsatz zum Schutz von Zivilisten in Libyen hat erneut die Debatte um die Norm der Responsibility to Protect (RtoP, deutsch: Schutzverantwortung) angefacht. Trotz berechtigter Fragen bezüglich der Einhaltung des UN-Mandats fällt das Resultat für den Einsatz unter dem Strich positiv aus, sowohl im Hinblick auf die Zivilbevölkerung in Bengasi, die vor Massenverbrechen geschützt werden konnte, als auch auf die Weiterentwicklung der Norm der Schutzverantwortung." QUELLE: Website Friedrich-Ebert-Stiftung, Oktober 2011 http://library.fes.de/pdf-files/iez/08553.pdf
"Chancen für Weltbürger" von Claus Leggewie "Die Umweltzerstörung schreitet unaufhaltsam voran. Wir können ihr nur begegnen, wenn wir uns auf einen neuen, solidarischen Gesellschaftsvertrag einigen. (...) Als Gegengift zu Laisser-faire und Überreaktion wird deshalb die Notwendigkeit eines neuen Gesellschaftsvertrages plausibel, also eines zeitgemäßen Ordnungsrahmens von Wirtschaft und Gesellschaft, der die Naturgefahren ernst nimmt und zugleich Freiheitsspielräume bewahrt, womöglich erweitert. (...) Die Errungenschaft der individuellen Autonomie muss man heute mit überindividuellen und transnationalen Solidaritätspflichten verbinden, die in letzter Konsequenz individuelle wie kollektive Freiheitsräume erhalten. (...) Der neue Gesellschaftsvertrag muss daher gewährleisten, dass jeder Einzelne in ökologischer Verantwortung freiwillig nach seinen Kräften auf die Ausdehnung des Ressourcenverbrauchs verzichtet und den Staaten die Vollmacht gibt, zur Erhaltung weltöffentlicher Kollektivgüter steuernd einzugreifen. Auf der anderen Seite sollte der Einzelne umso mehr politische Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten bekommen." QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 15.09.2011 http://goo.gl/OOofr
"Was 9/11 für die internationale Politik bedeutet" von Volker Perthes "Die USA müssen begreifen, dass ein reiner Sicherheitsansatz in Zukunft nicht mehr funktionieren wird. Regime, die beim Kampf gegen Terroristen kooperieren, sind nicht zwingend auch ein vertrauenswürdiger Partner. Europa muss seine Vorstellung von Stabilität neu definieren. Stabile Gesellschaften und stabile Beziehungen sind in der Tat erstrebenswert. Jedoch sollte eine einfache Erkenntnis aus der Politikwissenschaft Eingang in das außenpolitischen Denken finden: Echte Stabilität muss dynamisch sein, sie muss auf einem Gleichgewicht basieren und muss Wandel ermöglichen." QUELLE: Tagesspiegel Online, 09.09.2011 http://goo.gl/Ul6Ua
"Kein lachender Dritter" von Christian Geinitz "Die Schuldenkrise und die Rezessionsangst im Westen lassen China stark aussehen. In Wirklichkeit aber fürchtet das Land, hineingerissen zu werden in den Strudel seiner wichtigsten Märkte und Schuldner. Die Waffen im Kampf gegen frühere Turbulenzen – Konjunkturpakete, Kreditausweitung – sind stumpf geworden. Daher sehen sich die Asiaten gezwungen, den Industrieländern den Rücken zu stärken und die Wirtschaftsreformen im Inland zu beschleunigen. Das könnte auch helfen, die internationalen Ungleichgewichte zu glätten. Falls der Umbau greift, gehen China und die Welt gestärkt aus den Aufräumarbeiten hervor. (...) Die Frage sei nicht länger, ob der Markt auch ohne Demokratie funktioniere. Vielmehr erweise sich gerade, dass er in Ländern wie China besser funktioniere. Das 'Ende der Geschichte' sei in Wirklichkeit erst deren Anfang: ein kapitalistischer Paternalismus ohne die Bremskräfte von Pluralismus und Partizipation. Trotz solcher Muskelspiele ist das Reich der Mitte auf absehbare Zeit auf Amerika und die EU angewiesen, auf ihre Märkte, ihre Innovationen, ihre Produkte und Währungen. China kann und wird sich nicht erlauben, als lachender Dritter abseits zu stehen." QUELLE: FAZ.NET, 27.08.2011 http://www.faz.net/-022zrq
"Die Rolle Pekings in der neuen Weltordnung" von Ruth Kirchner "China fordert in vielen Bereichen einen gleichberechtigten Platz auf der Weltbühne - etwa im Internationalen Währungsfonds oder bei der Weltbank. Aber das eigentlich Irritierende ist, dass die Volksrepublik zwar überall ihre Muskeln spielen lässt, gleichzeitig aber vor internationalen Verpflichtungen zurückschreckt - etwa im Klimaschutz oder im Streit um seine unterbewertete Währung. Dann verweist Peking gerne darauf, dass China ja eigentlich noch ein Entwicklungsland sei und daher einen Sonderstatus verdiene. (...) entschieden wird die Außenpolitik im innersten Machtzirkel der Partei, im Ständigen Ausschuss des Politbüros. Dessen Entscheidungs- und Denkstrukturen bleiben nach wie vor völlig im Dunkeln.(...) derzeit ist man mit innenpolitischen Problemen mehr als genug beschäftigt. Die Sorge um die eigene Wirtschaft, die sozialen Spannungen im eigenen Land, die Stabilität - all das hat Vorrang vor außenpolitischem Neuland - oder einem allzu heftigen Auftrumpfen gegenüber den USA. (...) ...hat man bislang keine konkreten Vorstellungen davon, wie eine andere Weltordnung, ohne die überragende Ordnungsmacht USA aussehen könnte. Im Zweifelsfall hält China daher am Status Quo und seiner Außenpolitik fest" QUELLE: Deutschlandfunk, 24.08.2011 http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1537748/
"Die Welt ist aus den Fugen" von Tissy Bruns "Im Krisensommer 2011 offenbart sich der desaströse Zustand unserer Demokratien. Eine übermächtige Finanzwirtschaft führt Politik und Eliten vor.(...) Dieser neue Kapitalismus hat die Ideale und Stärken der Demokratien in einem Maß untergraben, wie kein äußerer Feind es gekonnt hätte. Die „Märkte“ sind zur Parallelgesellschaft des 21. Jahrhunderts geworden. Sie können jenseits der für alle anderen gültigen Maßstäbe von Haftung und Verantwortung handeln. (...) Privatisierung und Deregulierung gewannen, pragmatisch getarnt, die Macht von Dogmen. (...) überall, auch in Deutschland, hat die soziale Ungleichheit in einem Maß zugenommen, das zu Beginn des Jahrtausends schwer vorstellbar war – ein großes Thema ist sie nicht, auch nicht für die Volksparteien. (...) Das Vertrauen breiter Bevölkerungsschichten ist dramatisch gesunken, dass die öffentlichen Eliten, dass Politik, Medien, Wirtschaft ihre Rollen im demokratischen Gefüge so spielen (...) Die Welt ist aus den Fugen geraten. Denn Marktwirtschaft ist nicht mehr Marktwirtschaft, wenn der erpresserische Druck der Finanzakteure groß genug ist, ihre Risiken immer wieder bei den Steuerzahlern abzusichern. Und Demokratie ist nicht mehr Demokratie, wenn sie nicht mehr hält, was sie verspricht, nämlich eine gesellschaftliche Ordnung, in der die ganz normalen Leute über ihr Leben mitbestimmen und mitreden können." QUELLE: Tagesspiegel Online, 20.08.2011 http://goo.gl/pBVl5
"Das große Machtspiel auf dem Pazifik" von Hauke Friederichs, Steffen Richter "China und Indien rüsten ihre Flotten auf, der Westen zieht nach. Das atlantische Zeitalter endet, neue Allianzen entstehen. (...) Am vergangenen Mittwoch war es soweit. China ging einen weiteren Schritt in Richtung Supermacht: Im Hafen von Dalian ließ die Marine den ersten Flugzeugträger zu Wasser. Shi Lang heißt er, benannt nach einem Admiral der Ming-Dynastie (1368-1644). (...) Die , und sie ist ein Symbol für die wachsende Bedeutung der Kriegsmarinen im 21. Jahrhundert: Rohstoffe am Meeresboden, neue Seewege in der Arktis, Bedrohung von wichtigen Handelsrouten durch Piraten und Terroristen – diese Themen bestimmen derzeit die Geopolitik. (...) Ein großer Anteil der militärtechnischen Entwicklungen wird in den kommenden Dekaden also einen maritimen Bezug haben. Jahrzehnte lang beschäftigte der Kalte Krieg mit Europa als Konfliktzentrum die internationalen Strategen. Heute sind es die Weltmeere – und längst nicht mehr der Atlantik, sondern der Indische Ozean und der Westpazifik." QUELLE: ZEIT Online, 13.08.2011 http://pdf.zeit.de/politik/ausland/2011-08/marine-pazifik.pdf
"Afrika jenseits der Katastrophe" von Dirk Messner "Was kann die Entwicklungspolitik tun? Die Erfahrung der vergangenen Dekaden lehrt, dass Entwicklungspolitik dann besonders wirksam ist, wenn sie mit Ländern verfolgt wird, in denen eigenständige Modernisierungsprozesse in Gang kommen. Diese Voraussetzung ist nun in einer Reihe von Staaten in Subsahara-Afrika gegeben. (...) Um die Abhängigkeit von Ressourcenexporten mit geringen Beschäftigungswirkungen zu verringern, sollte die deutsche (und europäische) Entwicklungspolitik vor allem die wirtschaftliche Diversifizierung und die Erhöhung der lokalen Wertschöpfung fördern. (...) Es besteht eine realistische Chance, dass eine signifikante Gruppe afrikanischer Länder die Armutsfallen im Laufe der kommenden Dekade überwinden könnte. Mehr Sicherheit und Stabilität, sinkende Armut, weniger Migration, eine Reduzierung der Konfliktpotenziale um knapper werdende Ressourcen und wachsende Märkte wären der Lohn für eine gelungene Entwicklungskooperation mit emerging Africa." QUELLE: ZEIT Online, 10.08.2011 http://pdf.zeit.de/politik/ausland/2011-08/afrika-wachstum-demokratie.pdf
"Schuld und Schulden" von Moritz Döbler "Jetzt beginnen längst vergessene Schecks zu platzen, in den USA wie in Europa. Ein Fehler liegt im System: Wer alle vier Jahre vor den Wähler tritt, dessen Horizont muss nicht viel weiter reichen. Auf Wertschätzung für eine nachhaltige Haushaltsplanung, deren Erfolge erst viel später greifen, braucht jedenfalls kein Politiker zu hoffen. So stellt das vorläufige Ende der Chaostage von Washington nicht die historische Wende dar, die objektiv notwendig wäre. (...) Dass Deutschland vor zwei Jahren eine Schuldenbremse in der Verfassung verankert hat, mutet inzwischen fast wie ein Wunder an. (...) Es ist inzwischen schon eine Binsenweisheit, aber sie bleibt wahr: Der Wohlstand in der Welt verteilt sich neu, so wie im Laufe der Geschichte schon viele Male. Arme Länder werden reicher, reiche Länder werden ärmer." QUELLE: Tagesspiegel Online, 02.08.2011 http://www.tagesspiegel.de/meinung/schuld-und-schulden/4457748.html
"Global Governance" von Thorsten Benner "Von atomarer Weiterverbreitung bis Zerstörung der Umwelt: Lösen lassen sich viele Probleme nur noch auf globaler Ebene. Doch sind die G-8 oder die G-20 dafür die richtigen Foren? Und was für eine neue Weltordnung zeichnet sich ab? Fünf verbreitete Annahmen auf dem Prüfstand." QUELLE: Internationale Politik, Juli/August 2011 http://www.internationalepolitik.de/2011/06/24/global-governance/
"Feindliche Freunde? Die indisch-chinesische Konkurrenz und Kooperation in Asien" von Sabine Mokry und Sandra Destradi "Obwohl Indien und China gelegentlich kooperieren und obwohl von keiner direkten militärischen Konfrontation in der näheren Zukunft auszugehen ist, bleiben die bilateralen Beziehungen äußerst schwierig. Indien ist immer noch der schwächere Staat und versucht die Versäumnisse einer bisher unzureichend auf Asien fokussierten Außenpolitik nachzuholen. Dennoch ist China immer einen Schritt voraus." QUELLE: Website GIGA, GIGA Focus 7/2011 http://goo.gl/1QsmU
"Ein neuer Machtblock" von Karl Grobe "Iran klopft an die Tür. Auch Pakistan möchte in den Club, ebenso Indien. Wenn der sie irgendwann aufnimmt, dann umfassen seine Mitgliedsstaaten etwas mehr als die Hälfte der Menschheit. Der Club: Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit, abgekürzt SOZ oder – geläufiger, weil vom englischen Namen abgeleitet – SCO. Die Mitglieder: China, Russland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan. (...) Die SCO ist in den 15 Jahren, seitdem fünf der jetzigen sechs Mitglieder sie auf den Weg brachten, zu einem globalen Mitspieler geworden. (...) ...kaum zu bezweifeln, dass ein unerklärter Daseinszweck der SCO darin besteht, US-Einflüsse in Zentralasien möglichst zurückzudrängen. (...) Eine Gegen-Nato ist die SCO – noch – nicht. Doch die Denkfabriken in Russland und China stellen da Überlegungen an." QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 14.07.2011 http://goo.gl/3NLzw
"Was kann gegen den Hunger getan werden?" von Wolfgang Drechsler, Jan Dirk Hebermann "Der Hunger kann daher auf Dauer nur durch neue politische Strukturen gelöst werden: Seit Jahren wird daher im In- und Ausland darüber debattiert, wie die Staatsruine Somalia stabilisiert und in dem Bürgerkriegsland zumindest die Grundlage für einen Rechtsstaat gelegt werden kann. (...) Anfang der 90er Jahre hungerten grob geschätzt 800 Millionen Menschen. Heute leiden nach Informationen des United Nations World Food Programme 925 Millionen Menschen an Unterernährung – trotz der Fortschritte im Kampf gegen die Armut. Ein gefährlicher Mix aus einer ständig wachsenden Weltbevölkerung, blutigen Konflikten, hartnäckiger Unterentwicklung und den Folgen der Erderwärmung lässt im globalen Kampf um das tägliche Brot so viele Verlierer zurück." QUELLE: Cicero Online, 13.07.2011 http://cicero.de/weltb%C3%BChne/was-kann-gegen-den-hunger-getan-werden/42354
"Autoritäre Regime als Herausforderung für die Außenbeziehungen Deutschlands und der EU" von Lars Brozus und Hans-Henning Schröder "... seit 2005 stagniert die globale Ausbreitung der Demokratie. (...) Zugleich gewinnen autoritäre Regimegrößeren Eunfluss auf die Gestaltung internationaler Politik." QUELLE: Website Stiftung Wissenschaft und Politik, Arbeitspapier Juni 2011 http://goo.gl/2R2vn
"Germany as a Geo-economic Power" von Hans Kudnani "Berlin's March 2011 abstention on the UN Security Council vote on military intervention in Libya has raised questions about Germany's role in the international system. (...) Germany seems to be emerging as a paticularly pure example of a new form of power in international relations: a geo-economic power." QUELLE: The Washington Quarterly, Summer 2011 http://www.twq.com/11summer/docs/11summer_Kundnani.pdf
US-Außenpolitik - "Raus aus dem Schlamassel" von Jörg Himmelreich "Unter Präsident Obama ist ein historischer Paradigmenwechsel in den internationalen Beziehungen zu beobachten. (...) Abkehr vom internationalen Interventionalismus hin zu neuer isolationistischer Rückbesinnung auf die Lösung gravierender innenpolitischer Probleme. (...) ein Schuldenberg von 14 Billionen US-Dollar, 14 Millionen Arbeitslose, industrieller Niedergang, ein reformbedürftiges Bildungssystem - die Liste innenpolitischer Großbaustellen scheint unendlich. (...) Der amerikanische Isolationismus von heute ist auch eine Anpassung einer Supermacht im Übergang von einer unipolaren zu einer multipolaren Weltordnung. Er wird das globale Gleichgewicht der Welt des 21. Jahrhunderts weiter verändern und amerikanischen Einfluss weltweit schmälern. Überzogener Isolationismus ist amerikanischem Wohlstand und globaler Stabilität heute ebenso schädlich wie überzogener Interventionismus." QUELLE: SPIEGEL Online, 26.06.2011 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,770440,00.html
"Bastelt Russland an einer neuen Sowjetunion?" von Gerhard Gnauck "Im Osten Europas kündigt sich ein Ereignis an, von dem – sollte es eintreten - eines Tages die Geschichtsbücher erzählen werden. Sollte es dazu kommen, dann wird diese Weichenstellung in einer Reihe stehen mit der Gründung der Montanunion 1952. (...) Es geht um die Union, die Russland mit der Ukraine, Weißrussland und Kasachstan aufbauen will. Drei Viertel der Bevölkerung des alten Sowjetstaats wären in diesem Bund versammelt. Über weitere Integrationsschritte wird gesprochen. Vorwärts zu einer neuen Sowjetunion? (...) Wladimir Putin weiß, was auf dem Spiel steht: Eine gemeinsame (Zoll-)Union, verkündete er im Mai, werde 'die geopolitischen Umrisse des gesamten eurasischen Raums grundsätzlich ändern'. (...) Das Interesse Deutschlands und der EU ist ein anderes: die magnetische Wirkung des Modells Europa aufrecht zu erhalten, das von Estland bis Bulgarien triumphal erfolgreich war. Auch wenn sich die Staatengemeinschaft die Hilfe für die 'Arabellion' 14 Milliarden Euro kosten lässt: Die Länder Osteuropas sind, anders als Libyen, potenzielle EU-Beitrittskandidaten und müssen als solche behandelt werden." Quelle: WELT Online, 13.06.2011 http://goo.gl/zLZ9g
"Ideen und Macht" - "Was definiert die relative Gewichtsverteilung in der Welt?" von Volker Perthes und Stefan Mair "Gestaltungskraft beruht nicht nur auf harter Macht. Wichtig ist auch, wie Gesellschaften die Welt deuten. Ist das westliche Narrativ von Demokratie plus Marktwirtschaft noch gültig? Gewinnt das chinesische Modell einer weisen, aber nicht notwendig demokratischen Führung an Attraktivität? Und welche Zukunftsbilder ergeben sich daraus?" QUELLE: Internationale Politik Online, Print-Ausgabe Mai/Juni 2011 http://www.internationalepolitik.de/2011/05/03/ideen-und-macht/
"Controlling Asia's Arms Race" von Tim Huxley "...it also is clear there is a real danger of multiple and wastefully expensive subregional military competitions destabilizing Asia’s security, and that there are no effective regional security institutions to mitigate this threat. (...) now is the time to creatively think about how to develop and implement arms control measures in a multipolar region where strategic amity and enmity are both unclear and in flux." QUELLE: Website "International Institute for Strategic Studies", 30.05.2011 http://goo.gl/jKnjy
"Eine neue Rolle für die G 8" von Lars Brozus "Frankreich, das in diesem Jahr die Doppelpräsidentschaft von G8 und G20 innehat, hat sich sehr darum bemüht, die G8 nicht völlig in den Schatten der G20 treten zu lassen. So gelang es Nicolas Sarkozy, US-Präsident Obama zur Teilnahme am Gipfel in Deauville zu bewegen. Damit erhalten die G8 ihre Chance, weiterhin ein wichtiges Forum internationaler Politik zu sein. Für eine solche Rolle spricht einiges: Verglichen mit den G20 sind die G8 ein kohärentes Gebilde, dessen Mitglieder mit der Ausnahme Russlands als liberale Demokratien gelten. (...) Umso wichtiger bleibt die eigenständige Rolle eines Clubs ähnlich gesinnter Demokratien, der eine zentrale Rolle im Agendasetting der globalen Politik spielen könnte. Die G8 sind dafür gut aufgestellt: Zum einen können sie auf inhaltliche Expertise in vielen Politikfeldern zurückgreifen." QUELLE: Website 'Stiftung Wissenschaft und Politik', 24.05.2011 http://www.swp-berlin.org/de/kurz-gesagt/kuenftige-rolle-der-g8.html
"Das Jahrzehnt der Angst geht zu Ende" von Clemens Wergin "Der Anschlag von 2001 markierte die Rückkehr der Geschichte in die westlichen Gesellschaften. Gerade in Europa hatte man die These von Francis Fukuyama vom Ende der Geschichte - bei allem Spott - ja mehr geglaubt als in den USA. Die ganzen 90er-Jahre hindurch hatte Europa seine Verteidigungsbudgets zurückgefahren und wollte vor allem die Friedensdividende eines kommenden Zeitalters globaler Harmonie genießen. (...) Der Westen hat sich nicht nur als sehr resistent gezeigt und im Zweifel wehrhaft, er hat im Innern auch eine Balance zwischen Sicherheit und Freiheit gefunden. (...) Angesichts des rasant an Macht gewinnenden Asiens insgesamt hat der Westen verstanden, dass er sich die Spaltung unter Bush/Blair und Schröder/Chirac nicht mehr leisten kann." QUELLE: WELT Online, 08.05.2011 http://goo.gl/H5lbA
"Die Doppelmoral von militärischen Interventionen" von Gareth Evans "Wie glaubwürdig kann die Schutzverantwortung sein, wenn wir wissen, dass Militäreinsätze gegen China oder Russland immer tabu sein werden, egal wie schlimm sich die Dinge in Tibet, Xinjiang oder im Nordkaukasus entwickeln? (...) Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan und die von ihm mit der Beratung des Weltgipfels 2005 über Reformen der kollektiven Sicherheit beauftragte Hohe Kommission haben fünf Legitimitätskriterien für die Gewaltanwendung empfohlen." QUELLE: WELT Online, 30.04.2011 http://goo.gl/HuVGS
China und USA - "Schachpartie auf dem Meer" von Matthias Nass "Das große Kräftemessen unserer Zeit findet in Asien statt: Amerika und China streiten um die Vorherrschaft im Pazifik. (...) Im westlichen Pazifik hat ein neues strategisches Ringen begonnen. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt stehen einander in unverhüllter Rivalität gegenüber. Zwischen China und Amerika wird über die Vorherrschaft in der Region entschieden und damit auch über die Frage, wer die Welt des 21. Jahrhunderts prägen wird – mit seiner Macht, mit seinem Geld und mit seinen Werten. (...) Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts zeichnet sich ab, eine dramatische welthistorische Zäsur. Das pazifische Jahrhundert wird, wenn es gut geht, eines der friedlichen amerikanisch-chinesischen Koexistenz sein. Wenn es schlecht läuft, könnte aus dem jetzt schon zu beobachtenden Wettrüsten ein erbitterter Machtkampf werden. Eine kriegerische Konfrontation bleibt jedoch unwahrscheinlich. Der Rivalität der beiden Mächte fehlt der tödliche Antagonismus des 1989 überwundenen Ost-West-Konflikts." QUELLE: ZEIT Online, 25.04.2011 http://www.zeit.de/2011/17/Vorherrschaft-Pazifik
"Die Idee des gerechten Krieges" von Johannes Thumfahrt "Die UN-Charta sieht im Grunde genommen keine Intervention zur Durchsetzung positiver Menschenrechte wie politischer Teilhabe vor, sondern beschränkt sich auf negative Kriterien. Vor allem die Gefährdung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit ist ihr zufolge Grund für ein Einschreiten. Von Gadhafis Regime geht aber akut keine aus." QUELLE: ZEIT Online, 01.04.2011 http://pdf.zeit.de/politik/2011-04/libyen-gerechtigkeit-krieg.pdf
"Ich glaube, wir kehren in eine uralte Weltkarte zurück" Geopolitologe Parag Khanna im Gespräch mit Alexandra Mangel "Ich glaube, wir kehren in eine uralte Weltkarte zurück, und das ist die Weltkarte des Mittelalters. Vor 1000 Jahren waren China und Indien und der Nahe Osten, die islamische Welt sehr stark. Europa war was schwächer und geteilt durch das Heilige Römische Reich und Byzanz, es war auch eine mehrstufige Weltordnung, wo Städte, Firmen, Lohnkämpfer, Kloster, Universitäten, Kirchen, wohlhabende Familien, die haben alle wichtige Rollen gespielt, damals vor 1000 Jahren. Und ich sehe die Rückkehr dieses uralten Modells der Diplomatie." QUELLE: Deutschlandradio, 25.03.2011 http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1420718/
"Russland im postsowjetischen Raum" "... als Ordnungsmacht..." von Stefan Meister "Ein wichtiges Instrument Russlands im Umgang mit Konflikten in der direkten Nachbarschaft war der Ausbau von sicherheitspolitischen Regionalorganisationen. Unter Wladimir Putin gewannen zwei Sicherheitsorganisationen besonderes Gewicht – die Organisation des Vertrages über Kollektive Sicherheit (OVKS) und die Shanghai Organisation für Zusammenarbeit (SOZ). (...) Russische militärische Präsenz in den Nachbarstaaten im Rahmen von sogenannten GUS-Friedenseinsätzen diente bisher weniger der Befriedung von Konflikten als der Legitimierung russischer Militärpräsenz in dieser Region, um so die Ausfüllung des durch das Ende der SU entstandenen Machtvakuums durch andere Mächte zu unterbinden. Russlands politischer Führung ist es in den letzten 20 Jahren nicht gelungen, glaubwürdige Instrumente für Konfliktmanagement zu entwickeln." QUELLE: Website 'Forschungsstelle Osteuropa an der Uni Bremen", Russland-Analye Nr. 216 v. 11.03.2011 http://www.laender-analysen.de/russland/pdf/Russlandanalysen216.pdf
"The Global Democratic Revolution: A New Stage" von Martin Shaw "The epic events across the Arab world in the first months of 2011, diverse and many-sided as they are, can be understood as a single episode: the latest phase in the worldwide democratic revolution which has been remaking the world since the 1980s." QUELLE: ISN ETH Zürich, 08.03.2011 http://goo.gl/u5Ak5
"Aufstieg der Netzwerkmächte" von Daniel Flemes, Sören Scholvin und Georg Strüver "Der globale Aufstieg neuer Mächte wie China, Indien und Brasilien ist nicht allein mit dem relativen Anstieg ihrer materiellen Ressourcen zu erklären. Mit ihrer innovativen Netzwerkdiplomatie haben sie der sich neu formierenden Weltordnung bereits ihren Stempel aufgedrückt. Die zwischenstaatlichen Netzwerke werden die prozedurale Kultur der internationalen Beziehungen des 21. Jahrhunderts nachhaltig prägen. Diese Kultur der Informalität bei nahezu absoluter Wahrung nationalstaatlicher Souveränität stattet Netzwerkmächte mit sehr hohen Autonomie- und Flexibilitätsgraden in globalen Verhandlungen aus.(...) Unstreitig ist, dass die einseitige und gebetsmühlenartige Betonung der transatlantischen und europäischenPartnerschaften dazu führen wird, die vielfältigenMöglichkeiten der vernetzten Weltordnung zu verpassen." QUELLE: GIGA Focus, 2/2011 http://goo.gl/cmRuM
"Wenn die Zeit reif ist für Demokratie" von Pierre Buhler "Die amerikanischen Politikwissenschaftler Daniel Deudney und John Ikenberry haben den „Mythos der autokratischen Wiederkehr“ anhand der Beispiele Chinas und Russlands kritisch untersucht und „wenige Hinweise für die Etablierung eines stabilen Gleichgewichts zwischen Kapitalismus und Autokratie“ gefunden, „die darauf hindeuten, dass diese Kombination als neues Modell der Moderne gewürdigt werden könnte“. Obwohl keines der beiden Länder als liberale Demokratie durchgeht, sind beide „viel liberaler und demokratischer, als sie es jemals waren, und viele der entscheidenden Fundamente für eine nachhaltige liberale Demokratie bilden sich heraus“ – wobei ein zentrales Hindernis jene Fliehkräfte sind, die die Demokratie freisetzen könnte." QUELLE: WELT Online, 29.01.2011 http://goo.gl/V9N0N
"China and the Realities of Power in Asia" von David K. Schneider "A concert of great powers can work only if all parties agree on the political composition of the global order, and are satisfied with the distribution of military and economic power. This was the case in the European order from the end of the Napoleonic Wars in 1815 to the beginning of the Crimean War in 1853 - Metternich's Concert of Europe. Contemporary Asia is in no way similar. Beijing and Washington do not share a common vision of the global political order. A critical mass of non-democratic governments, especially around its periphery, is geopolitically vital for China." QUELLE: ISN ETH Zürich, 27.01.2011 http://goo.gl/FbLup
"Chinas Griff nach dem Staffelstab" von Christian Geinitz, Peking "China hat wirtschaftlich die Nase vorn. Ein Beleg für die Überlegenheit des Systems ist das nicht, im Gegenteil: Der Aufstieg ist kein Vorbild und keine Erfolgsformel für das 21. Jahrhundert, sondern in vieler Hinsicht ein ökonomischer und zivilisatorischer Rückschritt." QUELLE: FAZ.NET, 18.01.2011 http://www.faz.net/-01n963
"Drohender Energie- und Rohstoffimperialismus" Interview mit Friedbert Pflüger, Direktor des 'European Centre for Energy and Ressource Security (EUCERS)' "EUCERS beschäftigt sich mit der europa-, außen- und sicherheitspolitischen Dimension der Energiepolitik. Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung, des stark zunehmenden Energie- und Rohstoffhungers der neuen Großmächte und Schwellenländer wird der Wettbewerb um die begrenzten Ressourcen unserer Welt immer härter. (...) ...droht eine Renationalisierung, ja ein Energie- und Rohstoffimperialismus. Nicht der Markt, sondern die strategischen Interessen der Mächte bestimmen zunehmend die Energie- und Rohstoffpolitik." QUELLE: euroactiv.de, 07.01.2011 http://goo.gl/bBHw9
G 20 - "Weltregierung oder nur Gipfelzirkus?" von Daniel Goffart "Eine politisch spannende Frage für 2011 lautet, ob die G 20, die sich in der Krise bewährt hat, auch danach überlebensfähig ist." QUELLE: Handelsblatt Online, 05.01.2011 http://goo.gl/UVIxg
"Viel Lärm im maritimen Asien" von Bernt Berger China, die USA und die Herausforderungen einer neuen Sicherheitsarchitektur in Ostasien. QUELLE: Website 'Stiftung Wissenschaft und Politik', Januar 2011 http://goo.gl/3awCw
"Der Abstieg Europas und der Vereinigten Staaten - Verschiebungen in der Weltwirtschaft und Weltpolitik" von Robert Kappel "Die Welt steht vor einem gefährlichen Machtvakuum, das Jahrzehnte andauern könnte. Dieses Vakuum entsteht, weil Europa und die USA sich derzeit in einer Phase des relativen Abstiegs befinden., während China, Indien und Brasilien Weltgeltung beanspruchen, ohne diese Rolle ausfüllen zu können. (...) Der Westen löst gegenwärtig zu wenige globale Probleme. Europa verspricht viel, aber es gibt keine kohärente Außen- und Sicherheitspolitik, es bleibt daher handlungsschwach. Der „Club des Westens“ verliert trotz NATO, trotz starker Positionen in internationalen Organisationen und trotzonenhoher wirtschaftlicher Standards zunehmend an globaler Gestaltungs-, Steuerungs- und Ordnungsfähigkeit." QUELLE: GIGA Focus 1/2011 http://goo.gl/jc7uS
Bürgerbeteiligung - "Demokratie ist nicht das Ende der Geschichte" vonStephan Thomae "Die parlamentarisch-repräsentative Demokratie ist keineswegs unveränderlich. Sie kann sich zur direkten Demokratie hinbewegen, aber ebenso kann sie auch zu einer gouvernementalen Demokratie mutieren, in der die Parlamentsmehrheit nur noch die Funktion hat, Regierungshandeln zu legitimieren. Angesichts dieser realen Gefährdung erscheint es geboten, die Vorzüge der parlamentarischen Demokratie mit den Vorzügen der direkten Demokratie zu paaren." QUELLE: ZEIT Online, 28.12.2010 http://goo.gl/w8AaD
China und Indien - "Gipfel der argwöhnischen Giganten" von Jörg Himmelreich "Dieser Staatsbesuch lässt Beobachter aus Europa staunen: Chinas Premier Wen hat in Indien Handelsverträge in Milliardenhöhe abgeschlossen. Das Verhältnis der beiden Asien-Großmächte bessert sich, doch viel Rivalität bleibt - Peking und Neu-Delhi wetteifern um Wasser, Energie und strittiges Land." QUELLE: SPIEGEL Online, 16.12.2010 http://goo.gl/YoaiF
"Der Mythos des liberalen Interventionismus" "Den westlichen Eliten dämmert elf Jahre nach dem NATO-Überfall auf Jugoslawien im März 1999, dass dieser ebenso falsch war wie die Irak-Invasion." QUELLE: Freitag Online, 16.12.2010 http://goo.gl/oL6ia
"China führt den Kampf der Autokratien ums Überleben" von Clemens Wergin "Ein wenig voreilig sind die demokratischen Gesellschaften in den 90er-Jahren davon ausgegangen, dass die Demokratie als Sieger aus der Systemkonkurrenz hervorgegangen ist und dass sich ihre Gesellschaftsform unaufhaltsam über den Globus verbreiten würde. Tatsächlich ist dieser Trend längst gestoppt." QUELLE: WELT Online, 12.12.2010 http://goo.gl/KpXBG
"Von der repräsentativen zur multiplen Demokratie" von Paul Nolte "Jenseits des überwiegend noch immer nationalstaatlich verfassten Rahmens der repräsentativen Demokratie haben sich international, europäisch und global nicht nur neue Institutionen und Organisationen, sondern auch neue Legitimationsmuster der 'Herrschaft des Volkes' etabliert." QUELLE:Aus Politik und Zeitgeschehen, 1-2/2011 http://www.das-parlament.de/2011/01-02/Beilage/002.html
"Die Grenzen der Moral" von Herfried Münkler "... ist Stabilität nicht bloß ein Interessenkalkül, sondern auch ein politischer Wert. Es ist politisch unklug, dort auf die Entwicklung einer demokratischen Ordnung zu setzen, wo die strukturellen Voraussetzungen dafür fehlen, wo die Demokratie permanent in der Gefahr steht, entweder in den Bürgerkrieg oder in eine offene Militärdiktatur umzuschlagen." QUELLE: SPIEGEL Online, 07.02.2011 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76764200.html
"Der chinesische Traum" von Jan Puhl; Sandra Schulz; Wieland Wagner "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis China die Vereinigten Staaten als Weltmacht Nummer eins ablöst. Nach der wirtschaftlichen Aufholjagd machen sich Pekings Herrscher nun daran, die neugewonnene Stärke politisch umzusetzen. Wer muss vor dem neuen Reich der Mitte zittern? " QUELLE: SPIEGEL Online, Januar 2011 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76121070.html
Analyse zu Nordkorea - "Der Bluff des Diktators" von Bernhard Bartsch "Nordkoreas Spiel mit den Großmächten funktioniert, weil der Streit um Pjöngjangs Atomprogramm zu einem Stellvertreterkonflikt geworden ist, an dem die Bruchstellen der neuen Weltordnung sichtbar werden: Auf der einen Seite steht die alte Supermacht USA mit ihren Verbündeten Südkorea und Japan, auf der anderen das neue weltpolitische Schwergewicht China, und am Rande erinnert auch Russland an seine Ansprüche. Theoretisch wäre es für die Parteien ein Leichtes, das Pjöngjang-Problem und die menschliche Tragödie der 24 Millionen Nordkoreaner ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Doch die Lösung scheitert an geostrategischen Interessen und nationalen Eitelkeiten." QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 01.12.2010 http://goo.gl/swAlc
G-20 - "Die Retter der Welt" von Markus Sievers "... da gibt es einen Unterschied zum 20. Jahrhundert.: Das ist die G 20.(...) Der Verein mit den USA und China an der Spitze, mit den großen europäischen Staaten, mit Indien und Brasilien, Russland und Südafrika wird die Weltwirtschaftspolitik auf absehbare Zeit prägen, schon weil die Menschheit nichts Besseres hat. (...) Die G 7, mit der die USA plus Anhängsel die Geschicke regelten, haben sich überlebt." QUELLE: Frankfurter Rundschau Online, 10.11.2010 http://goo.gl/UoFaX
"Wie man in Krisenländern Staatlichkeit schafft" von Lars Brozus, Stiftung Wissenschaft und Politik "... nicht nur in Afghanistan, auch im Irak, in Bosnien und im Kosovo zeigt sich eine allgemeine Krise des internationalen Statebuilding, der Wissenschaft und Politik ratlos gegenüberstehen. (...) Lokalisierung und Internationalisierung von Governance - dies ist die vorgeschlagenen Alternative zum 'Projekt Staatsaufbau'." QUELLE: ZEIT Online, 30.09.2010 http://pdf.zeit.de/politik/ausland/2010-09/staatsaufbau-afghanistan.pdf